Sonntag, 16. November 2014

Drückjagderlebnisse einer Jungjägerin



Hallo meine lieben Leser,

nach langer Zeit melde ich mich nun mal wieder bei euch.
Nach dem ganzen Stress mit den Jagdgegnern war ich mir nicht mehr sicher, ob ich meinen Blog so öffentlich weiterführe. Eigentlich war es ja klar, dass irgendwann Leute darauf stoßen und nicht meiner Meinung sind. Aber solche Gefühlsausbrüche habe ich nicht erwartet. Jemanden den Tod zu wünschen ist mir dann eine Nummer zu groß, aber Gott sei Dank gibt es viele Jäger die mir in der Zeit zur Seite standen und immer noch zur Seite stehen. – Vielen lieben Dank nochmal –

Aber nun zum eigentlichen Thema:

Letzte Woche standen meine ersten beiden Drückjagden an und ich konnte schon Nächte lang vorher nicht mehr richtig schlafen. Donnerstagnacht war es dann ganz schlimm. Ich lag erstmal ewig wach und dann war der Schlaf so unruhig, hätte ich auch Sport machen gehen können ;-).

Freitag war die erste Jagd mit dem Forst zusammen. Um 8 Uhr war Treffpunkt. Es waren eine Menge Jäger da und ich hielt ein wenig Ausschau, ob denn auch ein paar Damen mit jagen. Wäre ja mal ganz interessant geworden, aber leider waren es nur zwei-aber besser als nichts.
8.45 Uhr ging es dann los. Kurze Begrüßung, Sicherheitsbelehrung und dann Freigabe des Wildes. Gejagt werden durfte Raubwild/ Raubzeug, alles an Schwarzwild (Leitbachen waren zu schonen), Rehwild alles, Damwild weibliche Stücke und Kälber und Hirsche nur mit Anzahlung.

Wir waren 4 Schützen aus dem Revier meines Schwagers/ meiner Schwester. Wir jagten an der Reviergrenze zum Forst, halt mit ihnen zusammen. Wir brachen dann auf und fuhren an eine Wald- Feldkante. Autos wurden abgestellt, die Sicherheitskleidung angelegt und die Waffe auf den Rücken geschnallt. Meine Begleitung durfte Rucksack und Hocker tragen ;-).
Wir liefen alle gemeinsam an der Wald- Feldkante entlang und dann in den Wald hinein. Der erste Schütze wurde am Weg angestellt, dann liefen wir weiter und der zweite Schütze bekam seinen Stand zu gewiesen. Dann ging es weiter und ich bekam meinen Stand. Der Platz war sehr schön. Ich konnte weit sehen und hatte auch so eine gute Fläche zum Stehen. Ich war jedenfalls zufrieden mit meinem Stand. 12.30 Uhr war die Jagd zu Ende. Wir hatten leider keinen Anblick, aber ein Hund kam zu uns. Er besuchte alle auf ihren Ständen und holte sich Streicheleinheiten und die letzten Wurstreste beim Nachbarn.
Wir 4 Schützen sammelten uns wieder und liefen zurück zu den Autos und fuhren zum Streckenlegeplatz. Als wir dort ankamen gab es viele liebebedürftige Hunde ohne Herrchen ;-) hihi. Wir mussten dann leider meinen Schwager abholen fahren und haben deshalb nicht mitbekommen wie die Strecke dann aussah. Eine Bekanntschaft aus dem Internet habe ich dann mal persönlich kennen gelernt. Das war sehr schön. Sein Hund war zum knutschen und er fand mich anscheinend auch so toll, dass er die ganze Zeit versuchte mein Bein zu begatten. Die Chemie stimmte anscheinend. Ja und die Kerle amüsierten sich natürlich köstlich, wie der Hund so an meinem Bein hing und ich ihm erst einmal klar machen musste, dass mir das ein wenig zu schnell geht ;-). Süß war er trotzdem und ich sollte ihn am Sonntag bereits wieder sehen.
Das war der erste Drückjagdtag und ich war trotzdem zufrieden. Zwar geschafft und halb erfroren, aber trotzdem total entspannt und zufrieden.

Samstag war ich dann mal mit meinem Schwager auf Entenjagd, aber leider nicht erfolgreich. Ich freue mich auf die nächste Jagd.

Sonntag war dann die zweite Drückjagd. Die Nacht vorher war natürlich wieder sinnlos. Aufgeregt ohne Ende. Um 8 Uhr war wieder Treffpunkt. Kurz nach 8 Uhr sind wir am Treffpunkt angekommen und es warteten schon viele Treiber und Schützen. Kurz in die Anwesenheitsliste eingetragen und dann wollte ich mit meiner Schwester zusammen eine Begrüßungsrunde laufen. Weit sind wir nicht gekommen, denn mein Ansteller fing mich ab und ich sollte meine Sachen in sein Auto laden. Dann konnte ich doch noch kurz zu meinem kleinen Verehrer gehen und ihn begrüßen. Diesmal war etwas schüchtern ;-).
Dann wurden alle zusammen getrommelt, wir wurden begrüßt und die Sicherheitsbelehrung begann. Wieder lauschte ich aufmerksam. Dann wurde das Wild frei gegeben. Wieder alles Schwarzwild (Leitbachen schonen), weibliches Rehwild und Kitze, weibliches Damwild und Kälber und Raubwild. Die Ansteller mit den dazugehörigen Schützen wurden aufgerufen und ich war die erste die als Schützin genannt wurde. Puhh mein Herz klopfte bis zum Hals und ich lief zum Auto und setzte mich hinein. Kurze Fahrt und dann raus aus dem Auto und Sicherheitskleidung anlegen. Ich, Freund und ein anderer Schütze liefen schon einmal los und sollten dann laut unserem Ansteller kurz warten. Das taten wir. Kurze Zeit später wurden wie unseren Ständen zugewiesen. Eine offene Kanzel auf einem kleinen Hügel. Die Sonne zog über die Bäume und schien genau hinein – ich habe natürlich keine Sonnenbrille dabei gehabt ;-). Wir konnten weit sehen und hatten einen wirklich schönen Stand erwischt. Die Treiberwehr kam und wir hörten „ Reh nach hinten“. Waffe im Anschlag und gewartet. Das weibliche Stück Rehwild kam heraus aus dem Wald, aber leider zu weit weg ca.120m. Mein ZF war auf 1,5 herunter gedreht und somit in der Aufregung kein Schuss möglich. Das zweite Stück Rehwild passierte auf 100m Entfernung die Lichtung. Wieder schoss ich nicht, sondern genoss den Anblick einfach nur. Eine Stunde vor Ende der Jagd, kamen drei Stück Rehwild vor mir heraus. Gute 50m vor uns wechselten sie von den kleinen Buchen wieder Richtung Wald und wieder zurück und wieder auf die andere Seite. Es war leider kein Schuss möglich. Auf 200m saß der nächste Schütze, leider stand der Bock immer so hinter dem weiblichen Stück, dass ich mich entschloss das alles zu genießen. Man kann nichts erzwingen. Das ist Natur und die Jagd. Viel wichtiger für mich, sind solche Momente zu schätzen und sie in guter Erinnerung zu halten. Andere Jäger hätten vielleicht anders gehandelt, aber für mich war es die richtige Entscheidung. So lagen dann auf der Strecke eine Sau, zwei Stück Rehwild und ein Fuchs. Waidmannsheil den Erlegern.

Am nächsten Wochenende geht es zur nächsten Jagd. Ich wünsche mir wieder ein paar tolle Anblicke und ein schönes Beisammensein mit anderen Jägern.

Falls wieder ein paar hochintelligente Gegner auf die Idee kommen meine Fotos zu verbreiten und sich in Jagdgegnergruppen auszulassen, dann macht es bitte. Ihr bekommt mich nicht klein mit euren unqualifizierten Aussagen. Redet nur über mich, so bleibe ich im Munde und auf euer Geschwätz gebe ich rein gar nichts. Andere Behörden sind eingeschaltet und wissen Bescheid. Vielleicht wird ja das alles schon überwacht und ihr selbst auch schon?! ;-)

Meinen lieben Lesern wünsche ich natürlich wieder eine schöne Woche, stets eine sichere Kugel und tolle Anblicke.

Fühlt euch geherzt

Eure Josi










(Bald hat mein Blog Geburtstag und wird ein 1 Jahr alt, meine Freude darüber ist riesig)

1 Kommentar:

  1. Liebe Josi,
    lass dich bitte nicht von Jagdgegner unterkriegen.
    Die brauchen etwas Verständnis... die bekommen ja offensichtlich nicht genug frische Luft. ;-)

    Mach weiter so - ich freue mich auf deinen nächsten Beitrag.

    Schöne Grüße und Weidmannsheil
    Tobias

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