Dienstag, 15. Juli 2014

Auge um Auge - Zahn um Zahn!!!


Einen wunderschönen Guten Abend meine lieben Leser!!!





Nach einer längeren Schreibpause, melde ich mich nach meinem aufregenden Jagdwochenende nun endlich wieder.

Mein Wochenende beginnt wie bei fast allen am Freitag. Nachdem ich nun fast 2 Wochen auf meine neue Waffe gewartet habe, konnte ich sie am Freitag dann endlich beim Courierdienst abholen. So ein Saftladen ;-). Aber dazu im nächsten Blog mehr.

11.Juli.2014 Freitag

Nun sind wir dann bei meiner Schwester und meinem Schwager angekommen und wie immer von allen herzlich empfangen wurden. Die Freude war bei allen groß, aber lange habe ich es nicht ausgehalten. Ich wollte raus!!!!!!!!!!!!!

Meine BBF geholt, mich umgezogen und meinen lieben Freund überredet mit auf die Jagd zu kommen. Kurz habe ich noch mit meinem Schwager geredet auf was ich mich ansetze. Da wir viele Schweine im Feld haben, ging es natürlich auf Sauenjagd. Bis kurz vor unserer Ankunft hat es geregnet, also eigentlich perfektes "Sauwetter". Einen 5-minütigen Fahrtweg hinter uns gebracht, das Auto abgestellt und los ging es. Das erste Mal ganz alleine auf die Jagd gehen. Also zumindestens ohne meine Schwester und meinen Schwager. Die Aufregung war groß und die Hände zitterten. Wir sind aus dem Auto gestiegen und ich habe meine Waffe geladen und sie mir umgehangen.

Wir liefen die Rapskante entlang den Weg nach oben, dann links um die Kurve und wieder rechts herum. Dann waren wir auch schon da. Leise sind wir die Kanzel hoch gestiegen und haben es uns bequem gemacht. 20.15 Uhr saßen wir dann und genossen die Atmosphäre. Nebenbei kämpften wir mit der Invasion der Junikäfer. Unglaublich wie viele Käfer dachten, mich bekrabbeln zu müssen. *grrrrrrrrrr*
Gegen 20.45 Uhr kam dann eine Ricke mit Ihren zwei Kitzen auf die Wiese vor uns gezogen. Unglaublich schön anzusehen und der Himmel färbte sich in einem zarten rot. Es war traumhaft schön und diese Ruhe unbeschreiblich.
Ca. zehn Minuten später kam unter dem Hochsitz rechts vor uns ein Schmalreh rausgezogen auf die Wiese. Es äste und gleichzeitig äugte es sich immer um. Irgendwas musste ja noch passieren. Nebenbei schrieb ich meiner lieben Schwester was wir sahen. Ein Hase kam aus dem Raps und hoppelte Richtung Schmalreh, wo es dann sitzen blieb.
Plötzlich kam ein Knopfbock aus dem Wald gesprungen. Das Schmalreh sprang ab und der Bock treibend und fiebend hinterher. Ich meinte zu meinem Freund: "Eigentlich sollten wir den schießen!" Aber das mit anzusehen war unglaublich toll und total befriedigend für den Moment. Man hört es im Jagdkurs und auch von anderen Jägern wie es in der Blattzeit so ist, aber es selbst mit anzusehen ist nochmal um einiges toller. Nebenbei und ganz fix habe ich das Erlebnis meiner Schwester mitgeteilt und sie meinte nur: "Genießt den Anblick!"... Nun gut... Gesagt getan. Weiter durch das Fernglas geschaut und alles mit angesehen. Irgendwann gab es der Bock auf, erhob das Haupt und zog in den Raps hinein. Der Freitag hatte sich also schon dafür mehr als gelohnt. Der Nebel zog vom Wald ganz dicht auf die Wiese und das Feld hinaus und die Sicht war dann so schlecht, dass wir gegen 22.30 Uhr abbaumten.
Zu Hause angekommen erzählte ich unser tolles Erlebnis meinem Schwager. Der meinte nur total entsetzt:  " Warum hast du den nicht geschossen?" ähmmmm..... "Weil du dich zu Rehwild einfach mal nicht geäußert hast und mein liebstes Schwesterherz meinte, wir sollen es genießen." Ich muss dazu sagen, dass meine Schwester dort in der Fläche keine Pächterin ist und deswegen nichts gesagt hatte. Naja schade war es. Nun hat er ihn mir frei gegeben und ich konnte mich drauf ansetzen. Aber erstmal ging es ins Bett, also GUTE NACHT!!!!!!!!!!! ;-)

12.Juli.2014 Samstag

7 Uhr klingelte der Wecker. Aufstehen, Duschen, Frühtsücken und dann fuhren wir erstmal nach Saalfeld um Munition für meine tolle neue Waffe zu kaufen. 9.10 Uhr waren wir dann dort und dann ging alles total schnell. Rein, Munition gekauft und dann auf den Schiessstand gefahren. Aber dazu gibt es später etwas geschrieben. Ich will ja nicht vorher schon die Spannung nehmen *hihi* gerissen ne?! ;-)

Ich erzählte auf dem Schiessstand einem anderen Pächter und Hundeführer was wir den Abend zuvor sahen. Die Fläche wo wir ansaßen, gehört sozusagen ihm. Bisschen kompliziert alles ;-)
Auch er meinte ich solle mich auf den Bock und die Sauen im Raps ansetzen. Naja dann machen wir das mal ;-)!!!!!!!

Den ganzen Tag habe ich gehofft die Zeit vergeht ganz schnell und ich kann endlich wieder raus. Naja 19.30 Uhr ging es raus. Wieder mit dem Freund im Schlepptau. Das Auto wieder an der gleichen Stelle vom Vorabend abgestellt und zum Entsetzen feststellen müssen "Hocker vergessen" *Oh Gott*...Tja da musste mein lieber Freund nochmal zurück fahren und den Hocker holen. Ich habe meine Waffe geladen und bin schon zum Hochsitz gelaufen. Auf dem Weg dort hin hatte ich eine total süße Begegnung mit einer kleinen Maus. Herrlich die kleinen. *hihi*
Um die Ecke rechts herum gelaufen auf den Hochsitz zu und da stand auch schon das Schmalreh. Meine Hoffnung, dass mein Böckchen doch nochmal auftaucht. Ich habe mich leise zum Sitz gepirscht, bin hochgestiegen und habe mich hingesetzt. Das Schmalreh hat sich gar nicht von mir stören lassen, unglaublich toll. Ich musste natürlich noch Ausschau nach meinem Freund halten. Das Schmalreh zog Stück für Stück höher auf die Wiese nach oben und in diesem Moment kam natürlich mein Freund. Ich musste ihm erstmal per SMS die Situation erklären. Ich habe ihm zugewunken und gleichzeitig das Schmalreh beobachtet. Er hat es auf den Hochsitz geschafft ohne das Reh zu vergrämen. Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Wieder haben wir es uns bequem gemacht, wieder kamen die Junikäfer, die Hasen und wieder kam die Ricke mit den zwei Kitzen auf die Wiese gezogen. Aber weit und breit keine Spur von meinem Knopfbock. *hmmmmm*

Auf einmal stupste mein Freund mich links von der Seite an. Er fragte mich was in dem hohen Gras steckte. Zuerst konnte ich es auch nicht erkennen, doch dann nahm der kleine Kerl Gestalt an. Wahnsinn -  ein Dachs!!! Wieder einen tollen Anblick an diesem Abend. Wir konnten ihn gute 10 Minuten beobachten, bis er dann in den Raps zog. Die Ricke und ihre Kitze legten sich im Gras ab, dass Schmalreh äste und zog in die gleiche Richtung. Es erschrak, als das Kitz vor ihm aufsprang. Irgendwie war die Reaktion schon sehr süß. Wir zwei mussten in der Kanzel schon sehr schmunzeln. Die Ricke fand das alles weniger witzig. Mit dem Haupt zuerst, ist sie auf das Schmalreh losgegangen und die beiden Kitze sind hinterher. So war dann auch der letzte Anblick abgesprungen und wir zwei wechselten den Hochsitz. Also alles zusammen gepackt, abgebaumt und unten wieder die Waffe geladen. An der oberen Rapskante bemerkten uns die Sauen und rannten im Raps auf uns zu. Die Waffe schon in Anschlag gebracht und rückwärts weiter gelaufen. 22.45 Uhr saßen wir dann auch auf dem zweiten Hochsitz und es fiel ein Schuss. Ein anderer Pächter hatte einen Frischling geschossen. Meine Schwester saß an diesem Abend auch draußen. Erst dachte ich sie schoss, weil sie an der Rapskannte saß, aber nein - leider nicht!!! Naja man kann ja nicht alles haben ;-)
Wir hatten zwei Fenster offen und hörten die Schweine im Raps, aber kannste ja vergessen, dass sich auch nur mal eins zeigt. Ich wartete auf den Vollmond und hab gedacht dann zeigt sich mal was, aber auch nicht. Rechts auf der Kirrung hörten wir es die ganze Zeit kauen und knuspern. Lange Zeit haben wir es nicht gesehen, aber gegen 2 Uhr haben wir dann die zwei Übeltäter gesehen. Es waren zwei Dachse. Es klang so als würde jemand trockene Cornflakes schnurpsen. Der Mais hat anscheinend geschmeckt. Aber Sauen haben wir bis dahin immer noch nicht gesehen gehabt. Mein Freund machte nebenbei die Augen zu und gegen 2.30 Uhr konnte ich in der Dunkelheit ein starken Bock ansprechen. Er zog an der Kanzel vorbei. Leider war es zu dunkel. Es war ruhig und ich genoss die Stille. Irgendwann zog auch mich die Müdigkeit in ihren Bann und wir beschlossen dann 3.15 Uhr abzubaumen. Unter dem Sitz angekommen liefen wir wieder die Rapskante entlang. Meine Schwester war schon lange zuvor nach Hause gefahren. Wir waren also alleine. Wir liefen los und auf einmal machten auf der rechten Seite der Rapskante die Schweine hoch. Wir beide waren erschrocken. Ich gab meinem Freund die Taschenlampe und wollte meine Waffe in  Anschlag nehmen, doch er klammerte sich an mir fest. Ich finde es nicht tragisch, wir waren beide erschrocken und man kann die Reaktion der Tiere nie voraussagen. Irgendwann konnte ich mir aus der Umklammerung befreien und die Waffe in Anschlag nehmen. Ich schickte ihn voran und lief wieder hinter ihm her. Die Schweine haben sich glaube ich mehr vor uns erschrocken und hatten damit zutun ruhig zu sein. Aber natürlich ist die Gefahr immer im Hinterkopf. Was wenn da eine führende Bache doch denkt sie müsse ihre Frischlinge verteidigen?! Hm... verrückt.... Zu Hause angekommen sind wir erstmal ins Bett und haben nicht weiter darüber nachgedacht.































13.Juli.2014 Sonntag

10 Uhr sind wir wach geworden. Die Nacht war also doch recht kurz. Frühstückstisch erzählte ich dann meiner Schwester was wir alles erlebt haben. War doch ganz schön aufregend alles. Sie hatte nur zwei Füchse im Anblick. Auch sie hörte die Sauen, hat aber keine vor den Lauf bekommen. Am Nachmittag schauten wir uns mit meinem Schwager und meinem Hund eine unbefahrene Dachsburg an. Wahnsinn wie groß die doch war. Erstaunlich was die Tiere für Mühe und Kraft aufwenden. Ich beschloss am Abend mich doch nochmal auf den Knopfbock anzusetzen. Es regnete wie aus Eimern und ich war froh als der Himmel dann endlich aufbrach und zwischendurch endlich mal die Sonne heraus kam. Wieder saß ich woanders und wieder besuchten mich die Hasen, das Schmalreh, die Ricke mit den Kitzen und jaaaaaaa der starke Bock. Jetzt konnte ich ihn mir endlich mal in Ruhe ansehen und versuchen ihn anzusprechen. Gar nicht so einfach. Der Finger blieb gerade und ich beobachtete alles ganz in Ruhe. Ein gelungener Abschluss dachte ich dann um 21 Uhr und baumte ab. Die Waffe über der Schulter und ich lief die Rapskante nach oben, am Hochsitz vom Freitag vorbei.
Auf einmal rannte ein Überläufer aus dem Raps heraus auf mich zu. Stocksteif und total geschockt blieb ich stehen. Hatte keinen Nerv mich zu bewegen. Wir äugten uns gegenseitig an und ich wollte die Waffe in Anschlag nehmen. Der Überläufer bemerkte dies und lief zurück in den Raps. Am liebsten wäre ich losgerannt, aber jedes Mal wenn ich vorbei wollte ist das Schwein von innen an die Kante gerannt. Da bin ich dann erstmal einige Stufen des Hochsitzes hinauf bis es sich beruhigt hat. Dann die Waffe im Anschlag meiner Schwester entgegen gelaufen und es ihr berichtet. Es bestand nie die Möglichkeit zu schiessen und einfach sinnlos in den Raps schiessen, tu ich nicht. Durchnässt zu Hause angekommen und allen davon berichtet. Ich war so froh eine Waffe dabei zu haben, aber dann doch endlich zu Hause zu sein.

Das Wochenende war einfach nur unbeschreiblich schön, auch wenn ich meinen Knopfbock nicht noch einmal sehen konnte und das Schwein seinen Spaß mit mir hatte.
Für mich ist es viel schöner und eine Befriedigung das alles miterleben zu können.

Ich hoffe es gefällt euch ein wenig und ihr habt ein wenig zu lesen. Ich habe mir wie immer viel Mühe gegeben es euch spannend zu gestalten.

So nun gehe ich ins Bett und lasse euch mal in Ruhe lesen.





Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, eine sichere Kugel und immer wunderschöne Anblicke.

Fühlt euch geherzt

Eure Josi

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