Sonntag, 20. Juli 2014

1.Rapsjagd meines Lebens!!!!


So meine lieben Leser,

ich muss euch von meiner ersten Rapsjagd unbedingt erzählen. Ich selber habe zwar nichts erlegt, aber trotzdem war es total aufregend.

Also, mein ehemaliger Jagdlehrer hatte mich gefragt, ob ich mit ihm gerne auf die Jagd gehen wollen würde. Angedacht war eine Ansitzjagd auf einen Rehbock bzw. auf Raub- oder Schwarzwild. Ich war hellauf begeistert und habe natürlich sofort zugesagt. Endlich konnte ich meine Waffe außerhalb des Revieres meines Schwagers ausführen. Ich war aufgeregt und nervös, denn ich wusste ja nicht was mich erwartet. Ein ehemaliger Jagdschüler war auch dabei und noch ein paar andere ausm Kurs. War schon witzig. Ich wusste ja das mein Jagdlehrer noch einen Jagdkurs von 17- 20 Uhr hatte. Da habe ich ihn gefragt ob ich zur Wissensauffrischung mich noch einmal mit reinsetzen könnte.Gesagt, getan!!!!
18.15 Uhr saßen wir dann zu viert im Kurs, bis mein Jagdlehrer einen Anruf von seiner Pächterin bekam. Da war es dann 18.45 Uhr. Die Landwirte dreschen den Raps und es fehlen Jäger. Aus dem ersten Feld sind zu der Zeit gerade 5 Schweine rausgerannt. Naja er meldete uns zwei erstmal bei der Pächterin an. Also Tagesjagdscheine ausgefüllt, den Weg erklären lassen, Waffen geschnappt und losgefahren. Die Aufregung stieg immer mehr. Wir wussten nicht was uns erwartet. Angekommen am Feld hab ich erstmal meine Warnweste angezogen und mein orangenes Hutband umgemacht. Die Waffe geladen, umgeschnallt und los ging es. Durch eine große Wiese gestampft bis zum Feld. Erstmal mussten wir sehen, wo die Pächterin war. Als wir sie dann gefunden hatten sind wir beide zu ihr herrüber gelaufen, haben uns kurz vorgestellt und dann hat sie uns eingeteilt. Mein Jagdkollege ging zu einem Jäger an die gegenüberliegende Rapskante und ich blieb bei der Pächterin. Wir konnten uns eine Menge erzählen. Sie hat mich an ihrem Wissen und ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Die Frau ist schon Anfang 70. Absoluter Wahnsinn. Sie erklärte mir wo unser Kugelfang ist und in welche Richtung wir schiessen dürfen. Ganz nah mussten wir an der Rapskante stehen. Alles ab Überläufer sollten wir schiessen, führende Bachen und ihre Frischlinge waren zu schonen. Das war " Anweisung" vom Landwirt. Wie sagte sie so schön: " Ein richtiger Landwirt kümmert sich um seine Felder und sein Wild!" Und sie hat so Recht. Der Landwirt beschwerte sich nur ein wenig, dass sie sich erst so spät anstellen. Nur, normal arbeitende Menschen, haben ja auch einen Beruf und 8h in der prasseligen Sonne ist dann auch echt hart.

Aber nun waren wir ja da. Auf der anderen Rapskante konnte ich im Raps ein Kitz sehen. Hat gleich die Flucht ergriffen und war dann weg. Der Mähdrescher kam gefahren und dem Typen in der Kabine sind ja bald die Augen rausgefallen. Der konnte es glaube nicht glauben, dass so ein junges Mädel auf die Jagd geht. Ich fand es witzig und hab mit der Pächterin mir einen Spaß gemacht. Nachdem mich dann alle Pferdefliegen zuerstochen haben, konnten wir dann auch los ;-).
Naja der letzte Streifen ist geerntet und wir rückten zur anderen Rapsspitze ab. Also ans Auto gelaufen, Waffe entladen und losgefahren. Als wir an der Rapsspitze angekommen sind, standen schon 5 Jäger ringsherum. Wir waren in dem Sinne eigentlich "überflüssig". Das Stück Rapsfeld lag genau an einer Bundesstraße. Mein Gott die Menschen die an uns vorbei fuhren konnten es kaum glauben. Die haben einen ja angesehen, als würde man vom Mond kommen. Naja das letzte Stück war total schnell geerntet und es gab einen Schuss auf einen Fuchs. Bevor wir überhaupt herausfinden konnten, ob der Fuchs getroffen war oder nicht, sollte ich mit meinem Jagdlehrer ins Revier fahren und mein Jagdkollege mit. Ich bei meinem Lehrer ins Auto und der Kollege hinterher. Er schaffte mich an einen offenen Sitz an einem kleinen See. Yeah, kein Insektenspray mit.. Da hätte ich ja mal kotzen können. Naja durch das Getreidefeld links neben uns gestampft und schon sprang vor uns ein Bock ab. Zwar ohne zu schrecken, aber trotzdem recht ärgerlich. Mein Lehrer zeigte mir seine Plätzstellen und auch die Wechsel, welche er nutzte. Naja nach 5 Minuten weg sind wir am Sitz angekommen und ich war alleine. Ich zog mir meinen Pullover an, um überhaupt ein wenig schutz vor den Mücken zu haben, aber sie waren gnadenlos. Selbst in meinen Po haben sie gestochen diese Mistviecher und da hört die Liebe zur Natur echt auf bei mir ;-). Aber sie haben es meist nicht überlebt. Die Hand des Todes war halt schneller. ( Alles nur Spaß meine Lieben, nicht so ernst nehmen bitte). Ich schaute durch mein Fernglas geradeaus auf ein weiteres Getreidefeld. Dort am Rand stand noch eine kleine Kanzel. Auf einmal kam vom Hügel der Bock gesprungen. Uiiiii mein Herz raste und ich war gleich ganz aufgeregt. Ich beobachtete ihn, aber er kam nicht in meine Nähe. Naja auch nicht schlimm. Der Anblick und dieses gesamte Erlebnis war es doppelt wert sich so zerstechen zu lassen. Vor mir sind die Feldmäuse am Getreide hoch geklettert und freuten sich auf ihr Futter. Das war schon süß zu beobachten. Rechts in der Wiese neben mir und hinter mir am kleinen See hörte ich die Schweine, doch sie zeigten sich nicht. 22.45 Uhr war es dann so finster und kein Mond am Himmel, sodass mich mein Lehrer dann abholte. Der Tag war trotzdem so wunderschön. Ich würde mit niemanden tauschen wollen. Das was wir Jäger alles sehen und erleben dürfen, bleibt den meisten Meschen verborgen und ich bin froh darüber, dass mich die Natur und das Wild daran teilhaben lässt. Es ist wirklich kein Hobby sondern eine Leidenschaft und viel viel Liebe. Liebe zur Natur!!(Außer zu Mücken)!!! ;-)
Ihr alle könnt das nachempfinden und die Schönheit der Natur und des Wildes erleben. Wir sind echt zu beneiden!!!!















Ich hoffe es gibt bald eine nächste aufregende Rapsjagd und viele weitere solcher schönen Momente und Erlebnisse. Gern möchte ich euch weiter mit meinen Geschichten vollbombadieren, solange ihr es natürlich gut findet.

Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende und viel Waidmansheil. Stets eine sichere Kugel und schöne Anblicke.



" Der tiefere Sinn der Legende mit dem kreuztragenden Hirsch ist nicht nur für Jäger, sondern für alle Menschen die Mahnung, stets das eigene Handeln zu überprüfen, Anstand und Verständnis den Menschen und Mitgefühl allen anderen Kreaturen gegenüber zu wahren, sich immer wieder neu dem guten zu verpflichten, den Schöpfer im Geschöpfe zu ehren."

Fühlt euch geherzt

Eure Josi

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