Freitag, 21. Februar 2014

"Aller Anfang ist schwer - oder auch nicht" ;-) Teil 3


Ein tolles Hallo an alle meine lieben Leser.
Ja es ist mal wieder so weit. Ein paar geschriebene Zeilen von mir. Meine Therapie nach meinem Unfall läuft ganz gut und ich genieße meine Ferien in vollen Zügen. JA! Ihr habt richtig gelesen, ich habe Ferien. Das ist dass tolle an einer schulischen Ausbildung. Ich hatte letztes Wochenende wieder Jagdkurs. Samstag war wieder mal schiessen dran. Ich wollte gern ein Video drehen und Fotos machen, naja dann kam leider alles anders. Laufender Keiler war echt gut,aber die Tauben haben mich an meine Grenzen gebracht. Keine Ahnung was an dem Tag los war. Nachdem ich auch die 20.Taube nicht traf, liefen mir halt einfach mal die Tränen durchs Gesicht. Ich bin froh das mein Ausbilder ganz ruhig mit mir geredet hat und ein offenes Ohr hatte. Das hat mich das ganze Wochenende noch beschäftigt. Aber solche Tage muss es wohl auch mal geben ;-). Jeden Abend wird nun eine Online-Prüfung gemacht und am Tag lerne ich derzeit viel Haarwild und Jagdhundewesen. Ich merke selber das ich besser werde und mir viel Wissen aneigne-Ein tolles Gefühl!!!! Ihr bekommt im Anhang wieder ein paar Interviews zu lesen. Ich bin richtig glücklich das es so viele Menschen gibt die mich unterstützen und die es gut finden was ich hier mache. Es ist nicht perfekt, aber das soll es gar nicht sein oder werden. Jeder Mensch hat Ecken und Kanten genauso wie mein Blog. Ich finde ihn toll und ich hoffe ihr auch. Das macht die Persönlichkeit aus. Für Verbesserungsvorschläge bin ich immer offen bzw. für neue Ideen. Ich danke euch jedenfalls für euer Interesse!!

Danke noch einmal allen die mitgemacht haben!!!


Interview 1:

1. Alter 19 Jahre jung

2. Geschlecht Rüde

3. Beruf Versicherungskaufmann / Schwerpunkt Jagdversicherungen

4. Wie bist du zur Jagd gekommen? Durch meinen Vater, Onkel und Opa. Ich gehe seit ich denken kann schon mit zur Jagd.

5. Wann hast du deinen Jagdschein gemacht und in welcher Kursform? Im Dezember 2012. In einem 3 Wochen Kurs, weils von der Arbeit her nicht anders geklappt hätte. Damit bin ich aber sehr zufrieden weil ich ja durch Familiäre Vorbelastung schon viel wusste und bei fragen immer konkrete Antworten bekommen habe.

6. Dein Lieblingsfach während der Ausbildung? Wildtierkunde und Waffenkunde, zwar umfangreich aber auch sehr interessant.

7. Was ist dir schwer gefallen? Jagdrecht, aber ich muss sagen im nachhinein einfacher als gedacht Außerdem musste ich meinen Drei-Wochenkurs Splitten auf zwei Wochen Theorie und eine Woche Prüfungen im Abstand von 3 Monaten. Also hab ich mir den Stoff fast komplett in einer Woche in den Kopf prügeln müssen.

8. Wer hat dich während der Ausbildung unterstützt? In der Vorbereitungszeit ganz klar Familie, während den 3 Wochen, die Ausbilder, ich muss sagen es waren super 3 Wochen, mit spaß und wenig schlaf (aber nur wegerm Lernen)

9. Warum gehst du auf Jagd? Was ist deine Intention? Ich bin seit ich denken kann bei der Jagd dabei. Es war von Anfang an klar, dass ich meinen Jagdschein genauso früh mach wie meinen Führerschein. Ich finde die nähe zur Natur und zum Wild einfach Klasse. Es ist entspannend auf Ansitz zu gehen, den Alltagsstress einfach mal zu vergessen. Für mich ist es kein Hobby sondern gehört einfach zum Leben dazu wie Arbeit eben auch, bloß mit mehr Spaß daran und freiwillig

10. Dein schönstes Erlebnis? Drei Wochen vor dem 1. Mai, erstmal die anfälligen Arbeiten im Revier erledigt, zusammen Kanzeln gebaut und neue Pirschwege gemacht. Das es am 01. Mai wieder Losgehen konnte. Voller Vorfreude und Aufregung auf meinen ersten Bock verging die Zeit am 01. Mai beim Morgen und Abendansitz in der Kanzel sehr schnell. Leider hatte ich keinen Anblick, gar keinen. Also ich zurück in die Jagdhütte und erstmal aufs Ohr gelegt, musste ja früh wieder raus. 02. Mai, 04:30 Uhr schnell einen Kaffee gekocht, und zwei Scheiben Brot gegessen, dann gings wieder raus. Ziel war der Wildacker bei uns im Pirschbezirk. 05:30 Uhr ich lief, einen der neuen Pirschwege entlang auf die Kanzel zu, schön leise, es dämmerte schon, genug Büchsenlicht. Der weg geht steil nach oben, am ende, fast an der Kanzel kommt ein Buckel, ich pirschte mich ran und sah etwas Rötliches an der Salzlecke. Ich pirschte mich langsam und leise weiter vor bis ich an der Kanzel stand. Die Salzlecke an welcher der Bock sich vergnügte ist 90 Meter von der Kanzel entfernt. Ich setzte langsam meine Jagdtasche ab und sprach mit dem Fernglas an, starker 6er Bock. Ich hatte völliges Jagdfieber, mein Herz raste. Ich nahm meinen Repetierer in den Anschlag und Strich an der Kanzelleiter an. Das Absehen sprang wie mein Herz. Der Bock leckte und äste immer noch an und um die Salzlecke herum. Ich schnaufte tief durch und hielt schön hinters Blatt. Ich stach ein und blieb drauf, blieb drauf, blieb drauf. Der Knall meiner .308 zerbrach die Stille und ich sah den Bock nicht mehr. Ich repetierte durch und bäumte so schnell wie möglich auf. Ich glaste den Wildacker ab aber konnte den Bock nicht mehr finden. Ich war noch aufgeregter wie vorher und war auch etwas enttäuscht, weil ich dachte ich habe gefehlt. Ich machte erstmal eine Zigarettenpause und rief meinen Vater an, ich erzählte Ihm alles, er sagte ich solle noch eine halbe Stunde warten und dann zum Anschuss pirschen. Diese eine Stunde war die längste in meinem Leben, so kam’s mir auf jedenfall vor. Nach der quälenden Warterei, bäumte ich ab und pirschte zum Anschuss. Und da lag er, direkt in der senke der Salzlecke. Ich konnte es nicht glauben. Mein erster Bock, stehend angestrichen auf 90 Meter, mit gefühltem 300er Puls. Dieser Bock hat natürlich einen Ehrenplatz an meiner Wand verdient.

11. Wie fühlst du dich als Jäger in der Gesellschaft bzw. im Freundeskreis? Ich kann mich nicht beklagen, es gibt viele Interessierte Leute. Die meisten haben mit Jagd nichts am Hut oder können sich nicht vorstellen wie die Jagd ist und was man bei der Jagd tut die suchen meistens nach Aufklärung. Im Arbeitsumfeld gehe ich damit sehr offen um. Sowie in der Freizeit auch. Es weiß jeder dass ich Jäger bin, ich mach daraus auch kein Geheimnis, wieso auch? Hatte bis jetzt zwei bis drei Auseinandersetzungen mit Jagdgegnern die mich aber kalt gelassen haben, weil ich meinen Standpunkt habe und den auch verteidige.

12. Besitzt du selbst Revier oder hast du einen Begehungsschein? Ich habe einen Pirschbezirk mit meinem Vater, Onkel und Opa. 400 ha. Wir haben dort Rotwild, Rehwild und Schwarzwild. Außerdem gehe ich ab und zu bei befreundeten Jägern auf Sauen und Rehwild.


Interview 2:


1. 30

2. weiblich

3. Zahnarzthelferin

4. Wir sind vor 3 Jahren aufs Land gezogen, unser Vermieter/Freund/Bekannter ist Jagdaufseher hier im Revier in dem wir wohnen. Wir sind als Naturinteressierte direkt von Anfang an als Treiber bei den hiesigen Jagden mitgegangen, ich würde sagen, dort haben wir beide "Blut geleckt " . Familiär sind wir/bin ich nicht vorbelastet- ich bin die einzige Jägerin in meiner Familie, auch hier gibt es Personen, die nichts damit anfangen können- leider.

5. Ich habe meinen Jägerbrief im Mai 2013 überreicht bekommen, wie auch alle 7 anderen Kursteilnehmer bei uns. Ich habe mich für die lange ausführliche Variante entschieden. In unserem Kreis wird jährlich geprüft.

6. Eindeutig Wildbiologie- wahrscheinlich Berufsanhängig

 
7. Schwer gefallen...Ich muss sagen, dass lernen generell war nicht so einfach. Es ging dabei wenige um die verschiedenen Fächer, sondern eher darum, dass man Wieder lernen musste wo man lernt! Am trockensten fand ich aber trotz allem das Fach Naturschutz.

8. Unterstützt wurde ich nur von meinem Partner, wir haben uns gegenseitig motiviert, wenn es mal nicht so lief. Wie schon erwähnt, wurde ich in meinem Umfeld eher milde belächelt- bis es dann soweit war und ich/ wir es nach 1 Jahr lernen, verzichten und schießen geschafft haben.


9. Die Standardantwort wäre wohl; Ich liebe es in der Natur zu sein. Ja durchaus ist das so, aber viel mehr habe ich auch als Frau Interesse daran Beute zu machen. Ich bin der Meinung, das dass wir einen Auftrag haben. Ein Bekannter sagte jetzt neulich so schön- als studierter Biologe:" Der Jäger hat meiner Meinung nach die Aufgabe des Henkers." Es gibt viele Gründe das zu tun was wir tun, dass muss letzten Endes jeder Jäger selbst entscheiden. Es gibt in jedem Bereich solche und solche. Und zu guter letzt liebe ich Wildbret, selbst geschossen, selbst versorgt und schließlich zubereitet.


10. Mein schönstes Erlebnis war definitiv mein erster Bock. Freigegeben war ein Spießer. Ich saß am 23.6.13 auf der Leiter "Platzhähn". Nach 3 maligem sitzen auf dieser, mit ein paar Kühen zu meiner rechten, beobachtete ich wie langsam die Sonne unterging, ich dachte bei mir: Ach du baumst gleich ab, es passiert sowieso heute nichts mehr. Ich drehe meinen Kopf wieder auf die Wiese zu meiner Linken,am Waldrand- 2 sec vorher leere Wiese, steht auf einmal ein Bock breit. Alle Sinne instinktiv auf Strom, links schießen als rechtsschütze, ich Knie mich förmlich auf mein linkes Bein, den rechten Fuß leise unter den Po geklemmt, Fernglas hoch, angesprochen, Waffe aufgelegt, mein Herz rast- das ist dein Bock, hinters Blatt zielen, er hebt sein Haupt- ich atme tief ein und .... Bock liegt im Knall, mein Ziegenbock wie ich ihn liebevoll nenne. Die Kanzel zittert, der Bock regt sich nicht. Geschafft!
 
11. Oftmals missverstanden und nicht akzeptiert.

12. Begehungsschein in dem Revier in dem wir wohnen. Und Jagdmöglichkeiten in Nachbarrevieren.
 


 




Interview 3:


1. 26
2. Weiblich
 
3. Rettungssanitäterin
 
4. Durch meinen Ehemann, der geht schon seit Kindertagen mit zur Jagd,dadurch hat er in mir das Jagdfieber geweckt!
 
5. Ich habe mit meinem Mann 2013 zusammen den Jagdschein angefangen als Wochenendlehrgang von Januar bis Oktober und meine Prüfung absolviere ich 2014.
 
6. Meine Lieblinsfächer waren Jagdhundewesen und Wildtierkunde.
 
7. Schwer gefallen ist mit das Jagdrecht,Waffenrecht und Waffenkunde.
8. Mein Ehemann und unsere Jagdprinzen. Die haben uns ganz viel mit auf Jagd genommen und uns alles (über die Tiere und Waffen) bestens erklärt sodass man auf Anhieb alles verstanden hat. Mein Mann der hat mir auch so viel gezeigt und mit mir gelernt.
 
9. Auf die Jagd zu gehen, ist nicht nur ein Hobby es ist eine Lebenseinstellung. Man ist viel in der Natur unterwegs, sieht die verschiedensten Tiere und für mich kommt das Schießen an letzter Stelle. Hege wird bei uns ganz groß geschrieben.
 
10. Meine schönsten Erlebnisse waren als mein Mann seine Prüfung bestanden hat und seinen Jägerbrief entgegen nehmen konnte. Auf Drückjagden finde ich es immer interessant wenn man die Tiere an sich vorbeiziehen sieht und sie aus der Nähe beobachten kann. Letzten Sommer hab ich beim Ansitz mit unserem Jagdprinzen meine erste Rotte Wildschweine im Maisfeld gesehen,das war total faszinierend und im September 2013 war ich bei meinem allerersten Schwarzwildabschuss dabei.
11. In unseren Familien besitzt keiner weiter den Jagdschein, aber in unserem Freundeskreis gibt es so viele Jägerinnen und Jäger sodass man sich nicht allein fühlt und sich miteinander austauschen kann. Leider werden in der Gesellschaft die Jäger nicht so gern angesehen, sie werden als Mörder bezeichnet. Ich finde es gut wenn man den Leuten erklären kann, das die Jagd nicht nur mit Töten von Tieren etwas zu tun hat sondern das viel mehr dazu gehört.
 
12. Ich werde dann zusammen mit meinem Ehemann in den Revieren von unseren Jagdherren einen Begehungsschein haben.
 
 
Ich hoffe ihr habt wieder viel Spaß am Lesen und vielleicht sitzt ihr ja davor und denkt so " Na Mensch, so ging es mir auch"!
Ich denke viele der Erfahrungen kann man ganz gut nachvollziehen, die einen mehr-die anderen weniger.
Ich schäme mich auf keinen Fall für meine Tränen, dass gehört dazu!!
Ich bin nur froh das ich mich auf meinen besten Freund verlassen kann, der immer zu mir steht und mich aufmuntert. Ich danke dir dafür :-*  Du bist der BESTE!!! (Das musste mal erwähnt werden)
 
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende, viele schöne Anblicke, recht viel Waidmannsheil und stets eine sichere Kugel.
 
Fühlt euch geherzt
 
Eure Josi

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